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Chatbots und Sicherheit: Probleme, Lösungen und Best Practices

Bild für Chatbots und Sicherheit: Probleme, Lösungen und Best Practices

Sind Chatbots ein Sicherheitsrisiko? Nicht mehr als Ihr Smartphone. Aber wie bei jeder Technologie ist es wichtig, sich der damit verbundenen möglichen Gefahren bewusst zu sein. Wir führen Sie durch die häufigsten Sicherheitsrisiken von Chatbots und zeigen Ihnen, mit welchen Maßnahmen und Best Practices Sie sicherstellen, dass Ihr Chatbot bestmöglich geschützt ist.

„Neuer Phishing-Angriff trickst Nutzer mit gefälschtem Chatbot aus.“

„Cyberkriminelle können Ihren Chatbot in einen bösartigen Bot verwandeln.“

„Chatbots können als Waffe eingesetzt werden.“

Wahrscheinlich sind Ihnen in den letzten Monaten häufiger solche Schlagzeilen aufgefallen. Besonders durch den Aufstieg beliebter Bots wie ChatGPT, wachsen die Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Nutzung von Chatbots. Bedeutet das, dass Chatbots ein Sicherheitsrisiko darstellen? Ja und nein.

Ja, denn einerseits sind Chatbots – wie jede andere Technologie, die mit dem Internet verbunden ist und wertvolle Daten verarbeitet – ein Ziel für Cyberkriminelle.

Andererseits beginnen, da Chatbots immer intelligenter und nützlicher werden, immer mehr Unternehmen und Menschen, sie zu nutzen  – was die Technologie wiederum attraktiver für Angriffe macht. Das bedeutet jedoch nicht, dass Chatbots grundsätzlich ein größeres Risiko darstellen als beispielsweise die Sicherheitskamera an Ihrem Haus.

Zwar gibt es keine absolut unhackbare Technologie, doch es gibt Wege, um sicherzustellen, dass Ihr Chatbot-System bestmöglich geschützt und gegen Angriffe abgesichert ist.

Welche Risiken können bei Chatbots auftreten?

Wenn es um Chatbots und Sicherheitsrisiken geht, unterscheidet man typischerweise zwei Hauptarten von Gefahren: Bedrohungen und Schwachstellen. Diese sind nicht spezifisch für Chatbots, aber die Art und Weise, wie Nutzer oder Unternehmen bei Bots damit konfrontiert werden, kann sich von anderen Systemen unterscheiden.

Schwachstellen

Schwachstellen beziehen sich auf Probleme in Ihrem System, wie etwa unverschlüsselte Chats oder unzureichende Sicherheitsprotokolle. Diese Schwächen an sich sind noch keine Bedrohung, aber sie ermöglichen es unbefugten Personen, Bedrohungen in Ihr System einzuschleusen. Mit anderen Worten: Schwachstellen sind wie unverschlossene Türen, die Kriminellen den Einbruch erleichtern.

Bedrohungen

Bedrohungen sind in der Regel einmalige Ereignisse, die entweder sensible Nutzerdaten offenlegen oder dem Unternehmen in irgendeiner Form schaden.

Sehr oft äußern sich diese Bedrohungen in Form von Malware, wie einem Virus, Spyware oder einem Trojaner. Genau wie bei anderen digitalen Anwendungen können Angreifende, wenn sie eine Schwachstelle im Chatbot finden, Malware in Ihrem System platzieren.

Eine weitere Sicherheitsbedrohung für Chatbots, die immer häufiger auftritt, ist das Phishing.

Bei einem Phishing-Angriff senden Cyberkriminelle ahnungslosen Nutzern eine E-Mail, die wie eine offizielle E-Mail einer bekannten Organisation aussieht, beispielsweise von einer Bank, einer Telefongesellschaft oder einem Versicherungsanbieter.

Beispiel für eine Phishing-E-Mail
Beispiel für eine Phishing-E-Mail von DHL

Die Nutzer klicken auf einen Link in dieser E-Mail, der sie zu einem „Chatbot“ leitet. Dieser bittet den Nutzer dann darum, die eigene Identität durch die Angabe sensibler Daten wie Bankkonto oder Sozialversicherungsnummer zu bestätigen. Da der Bot jedoch gefälscht ist, landen die Informationen bei Cyberkriminellen, die diese Daten dann für böswillige Zwecke missbrauchen.

Dass Nutzer auf diese Art der Bedrohung hereinfallen, ist nicht zwingend ein Problem für Ihr Unternehmen. Wenn die Kriminellen sich jedoch als Ihr Unternehmen ausgeben, kann dies Ihr Bild schädigen. Darüber hinaus schwindet dadurch auch das Vertrauen der Nutzer in Chatbots.

Deshalb ist es wichtig, bestimmte Prozesse einzurichten, um das Risiko von Sicherheitsangriffen auf Chatbots so gering wie möglich zu halten – und zwar noch bevor Sie den Bot einführen.

Diese fünf Maßnahmen gewährleisten höchste Sicherheitsstandards für Ihre Chatbots

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um sicherzustellen, dass sowohl Ihr Unternehmen als auch Ihre Kunden sicherer mit Chatbots interagieren.

1. Zertifizierte Sicherheitsstandards des implementierten Bots prüfen

Der erste Schritt besteht darin, zu prüfen, ob die von Ihnen implementierte Chatbot-Lösung nach Sicherheitsstandards zertifiziert ist, wie etwa der ISO 27001.

ISO Logo

ISO 27001. Dies ist eine freiwillige Zertifizierung, die belegt, dass der Anbieter der Bot-Technologie in Ressourcen zum Schutz Ihrer Unternehmensdaten investiert hat.

2. Sicherheitsstandards für optimalen Datenschutz einrichten

Wenn Nutzer mit einem Chatbot kommunizieren, werden sie oft um die Angabe sensibler Informationen gebeten, wie etwa ihre Bankkontonummer oder ihre Krankengeschichte. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass diese Informationen für Außenstehende nicht sichtbar sind. Das wird jedoch schwierig, wenn ein Problem mit Ihrem Bot auftritt, das das Entwicklungsteam beheben muss.

Wie kann das Team auf die Konversation zugreifen, ohne Einsicht in sensible Informationen zu erhalten? Die KI-Chatbot-Fachleute von Sinch Chatlayer haben für dieses Problem eine clevere Lösung entwickelt. Mit ihrer Chatbot-Lösung ist es möglich, bestimmte Daten als Variablen festzulegen.

variables GDPR protection chatbot security

Diese Variablen werden dann nicht im Konversationsverlauf gespeichert, und andere Nutzer auf der Plattform sehen lediglich einen Platzhalter.

Eine weitere Möglichkeit zum Schutz von Daten ist die Festlegung von Zeitfenstern für die Datenspeicherung. Sollen die Daten 30 Tage lang gespeichert werden? Oder ist es besser, sie nach ein paar Stunden zu löschen? Je nach Art der Informationen, die Ihr Bot verarbeitet, kann der erforderliche Zeitraum für die Datenspeicherung variieren. Es ist jedoch wichtig, dass die gewählte Chatbot-Lösung die Konfiguration der Datenspeicherung ermöglicht und Sie die Einstellungen flexibel anpassen können.

3. Zugriff auf sensible Informationen regeln

Neben dem Schutz von Kundendaten vor Außenstehenden ist es auch entscheidend, genau zu regeln, wer in Ihrem Unternehmen Zugriff darauf hat. Angenommen, Ihr Unternehmen nutzt zwei Chatbots – einen für den Kundenservice und einen internen HR-Bot –, dann arbeiten beide Abteilungen mit demselben System. Das HR-Team sollte jedoch keinen Zugriff auf Kundendaten haben, und umgekehrt sollte das Personal im Kundenservice nicht auf die Daten der Belegschaft zugreifen können.

Bei sicheren Chatbot-Lösungen können Sie Rollen zuweisen und Zugriffsbeschränkungen für den Bot einrichten, die genau regeln, wer auf einen Bot zugreifen darf und wer nicht.

4. Einen sicheren Anmeldeprozess verwenden

Verwendet Ihr Unternehmen ein Identitäts- und Zugriffsmanagementsystem (IAM)? Nutzen Sie es auch für den Zugriff auf Ihre Chatbot-Plattform. Das ist bereits ein sicheres Setup, und Ihr Team kann einfach dasselbe IAM-Tool verwenden.  

Sichere Chatbot-Lösungen bieten Ihnen eine Single Sign-On-Konfiguration, die Sie mit IAM-Systemen wie Azure Active Directory, Okta, OneLogin oder Ping Identity verknüpfen können, um Ihren Anmeldeprozess noch sicherer zu machen.

5. Team und Kundschaft aufklären

Wie bei jeder neuen Technologie muss die Nutzerschaft auf potenzielle Risiken hingewiesen werden. Schulen Sie Ihre Belegschaft in der sichersten Nutzung von Chatbots und klären Sie auch Ihre Kundschaft entsprechend auf. Je mehr Nutzer über Chatbots wissen, desto leichter fällt es ihnen, Sicherheitsbedrohungen zu erkennen und zu vermeiden.

Möglichkeiten, Ihren Chatbot zu testen

Bevor Sie Ihren Chatbot in die „freie Wildbahn“ entlassen, sollten Sie unbedingt testen, wie sicher er ist.

Penetration-Testing

Penetration-Tests sind im Grunde freundliche Angriffe auf Ihr System, bei denen IT-Fachleute versuchen, den Bot zu hacken. Dies deckt Schwachstellen in Ihrem System auf und hilft Ihnen, Probleme zu beheben, bevor Sie einen Bot einführen.  

API-Testing

Es kann sich auch lohnen, einen Systemcheck an Ihrer Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, API) durchzuführen, um zu sehen, ob es Schwachstellen gibt, die Sie vielleicht übersehen haben.

User Experience Testing

User Experience Testing (UX-Testing) ist genau das, wonach es klingt: Nutzer interagieren mit Ihrem Bot, um testen. Dies liefert Ihnen nicht nur wertvolle Erkenntnisse über mögliche Sicherheitsprobleme, sondern zeigt auch, wie reibungslos die Interaktion verläuft und wie Sie diese weiter optimieren können.

Neue Entwicklungen bei der Chatbot-Sicherheit

Da der Chatbot-Markt wächst, werden auch neue Technologien entwickelt, um die Chatbot-Sicherheit weiter zu verbessern. Zum einen werden Chatbots immer intelligenter, was es ihnen erleichtert, Sicherheitsbedrohungen eigenständig zu erkennen.

User Behavioral Analytics (UBA) ist ein weiteres aufstrebendes Feld im Bereich der Chatbot-Sicherheit. UBA-Systeme sind Programme, die Statistiken und Algorithmen nutzen, um verdächtiges Nutzerverhalten zu erkennen. Dies ist zwar noch ein relativ neues Feld, aber es ist äußerst vielversprechend für die frühzeitige Erkennung potenzieller Sicherheitsrisiken.

Fazit: Sicherheit beim Chatbot ist ein zentrales Thema

Chatbots stellen kein höheres Sicherheitsrisiko dar als andere Technologien. Wenn Sie die Technologie jedoch erfolgreich in Ihrem Unternehmen einsetzen und das Vertrauen der Nutzer gewinnen möchten, ist es wichtig sicherzustellen, dass die Systeme so gut wie möglich geschützt sind.

Aus diesem Grund ist das Thema Chatbot-Sicherheit beim Start mit einem Bot von zentraler Bedeutung. Ein gut geschütztes System reduziert die Sicherheitsrisiken für Sie und Ihre Kunden und verbessert gleichzeitig die User Experience.

Genau das bietet die Chatbot-Lösung von Sinch Chatlayer: eine sichere Plattform, die Ihre Daten und die Ihrer Kunden verlässlich schützt.
74 % der Unternehmen mussten einen bereits eingesetzten KI-Agenten nach einem Governance-Fehler wieder zurückziehen – und bei denjenigen mit voll ausgereiften Schutzmaßnahmen sind es sogar 81 %. Richtlinien allein sind kein Schutz.

Dies ist wichtig für Unternehmen, die in einem Land mit mehreren Sprachen tätig sind, wie beispielsweise Belgien, oder für globale Unternehmen, die in verschiedenen Ländern agieren.

Joachim Jonkers | Director of Product – Conversational AI bei Sinch

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